8.8.2019 - Leserbrief zum Artikel "Desertec-Scheitern ist kein Drama"


"Wir schaffen das"

Der Kommentar von Gregor le Claire [2] kopiert den "Wir schaffen das"-Wunschgedanken unserer Bundeskanzlerin. Doch Motivationssprüche helfen nicht immer. Wenn man glaubt, Europa bewältigt die Energiewende auch ohne den Strom aus der Wüste, verpasst die Chancen, die sich mit der neuen LOHC-Wasserstofftechnologie eröffnen. Hier wird der Strom nicht über Trassen oder Kabel geleitet, sondern die Energie wird mittels einer "geladenen" Flüssigkeit transportiert. Weiterhin glaubt der Redakteur, daß die Energiewende mit geringen Eingriffen in die Umwelt möglich ist. Das halte ich für eine traurige Naivität, denn laut Hessischen Rundfunk ("Alles Wissen" 24.5.2018) braucht unser Land noch 120.000 Windräder. Dazu kommen riesige Flächen für PV-Anlagen, die zum Flächenfraß beitragen und unsere Umwelt mit Sicherheit nicht verschönern wird. Dieses Drama wird dadurch abgerundet, das die Energiespeicher in Deutschland nur aus Pumpspeicherkraftwerken bestehen, deren Kapazitäten nur 40 GWh betragen. Das reicht bei unserem Stromhunger nur für eine halbe Stunde! Und bitte beachten, daß laut Umweltbundesamt der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch über alle Sektoren hinweg nur bei 16,6 Prozent liegt! Kurz: Nichts gut!

Reiner Pracht



Anmerkung: Dieser Leserbrief wurde am 6.8.2019 an die Nordbayerischen Nachrichten geschickt und bis jetzt nicht veröffentlicht.


Referenzen

[1] https://www.gegenwind.bayern/thema/106/DESERTEC - Das Projekt ist tot - die Idee lebt.pdf
[2] https://www.gegenwind.bayern/thema/106/DESERTEC - Scheitern ist kein Drama.pdf