16.03.2023 - Ein Blick in die Zukunft - Februar 2030


Trotz eines massiven Ausbaus der "Erneuerbaren" werden die gesteckten Ziele nicht erreicht. Dies liegt an dem unausgewogenen Verhältnis von Erzeugung und Verbrauch und besonders an den fehlenden Speichern. Der größte Denkfehler ist aber der Glaube, schon bald auf fossile Kraftwerke verzichten zu können. Konsequenterweise kann man den Ausstieg aus der CO2-armen Atomenergie nur als eine fatale Fehlentscheidung bezeichnen.

Keine Angst, ich schaue nicht in eine Glaskugel. Ich arbeite mit den Standardwerkzeugen wie Excel oder dem Wissenschaftlichen Rechner. Entscheidend sind die Daten und die beziehe ich vom Fraunhofer-Institut. Ziel meiner Analyse ist es auf Basis dieser Daten eine Prognose für das Jahr 2030 zu errechnen. Natürlich gibt es die verschiedensten Aspekte zu berücksichtigen, aber das Ergebnis ist in jedem Fall erstaunlich.

Zunächst die Grafik für den Monat Februar 2023. Um sie übersichtlich darzustellen sind die Energiequellen Sonne, Wind, Biomasse, Laufwasser und die Geothermie zusammengefasst und als "Erneuerbare" dargestellt. Die rote Linie ist der Stromverbrauch, der auch stark schwankt und an Wochenenden z.B. 4./5. Februar geringer ausfällt. Eine detaillierte Darstellung finden Sie beim Fraunhofer-Institut [1]. An einigen Tagen z.B. den 17. und 20. Februar wird der Verbrauch fast vollständig von den Erneuerbaren abgedeckt, aber an den meisten Tagen wehte nur sehr wenig Wind und der ist in den Wintermonaten entscheidend. Um die offensichtlichen Lücken zu decken, müssen Kern- und fossile Kraftwerke den Restbedarf (oder "Residuallast") abdecken [2].





Soweit sogut und wie erstellt man die Grafiken von 2030? Nun dazu muß man die Ziele der Bundesregierung kennen [3]. Und die heißen verstärkter Ausbau von PV-Anlagen auf 215 GW, Windkraftwerke am Land auf 115 GW und Windkraftwerke auf See auf 30 GW. Die installierte Leistung wird fast verdreifacht! Zusätzlich wird berücksichtigt, dass der Strombedarf durch Wärmepumpen, E-Autos und Industrieprozesse sich drastisch erhöhen wird. Es ist das große Ziel, dass davon 80% von Erneuerbaren abgedeckt wird. Schon der erste Blick auf die beiden nächsten Grafiken lassen Zweifel aufkommen.





Zunächst erkennt man schnell, dass die Erneuerbaren an vielen Zeitpunkten den Verbrauch vollständig abdecken. In Summe sind es 172 Stunden oder 26% des Monats Februar. Dennoch gibt es viele Unterbrechungen und diese Versorgungslücken müssen weiterhin durch fossile Kraftwerke gefüllt werden. Der Einsatz wird zwar um ca. 34% zurückgehen, aber der Spitzenwert von 66 GW wird sogar auf 76 GW steigen (siehe blaue Pfeile). An den Zeitpunkten, an denen die Erneuerbaren den Verbrauch vollständig abdecken, könnte der überflüssige Strom (siehe negative Spitzen in Grafik 4) für Energiespeicher genutzt werden. Effektiv sind dies aber nur 1.041 GWh oder 2% des Verbrauchs. Das Ziel den Stromverbrauch zu 80% von Erneuerbaren abzudecken wird nicht erreicht. Realistisch betrachtet werden es nur 67% - 71% sein. Bedenkt man, dass das Ziel 100 Prozent Ökostrom in Jahr 2035 ohnehin schon aufgegeben wurde [4], lassen die Ertragszahlen und die dargestellten Grafiken noch mehr Zweifel an der aktuellen Energiepolitik aufkommen.

Referenzen

[1] https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&interval=month&month=02&legendItems=0001100001000011110000&source=total
[2] https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&interval=month&month=02&legendItems=0000000000000000011000&source=total
[3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/energiewende-beschleunigen-2040310
[4] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energiewende-bundestag-beschliesst-booster-fuer-erneuerbare-energie-und-kippt-oekostrom-ziel-fuer-2035/28487532.html